Die grundlegenden Ideen zu meinen Forschungsarbeiten reichen mehrere Jahrzehnte zurück. Bereits während meines Studiums haben mich zwei zentrale Fragestellungen nachhaltig beschäftigt: zum einen die Vorstellung einer Kontinuumsfläche mit Hüllenstruktur und Nullpunktordnung, zum anderen die Überlegung, dass der Formalen Begriffsanalyse – die ich in Darmstadt studierte – eine dynamische Semantik vorausgehen muss.

In meiner späteren beruflichen Laufbahn konnte ich die systematische Ausarbeitung dieser stark formal-theoretischen Ansätze zunächst nicht konsequent fortsetzen. Meine Tätigkeit verlagerte sich in den Bereich komplexer IT-Architekturen und großskaliger Digitalisierungsprojekte. Gerade diese praktische Arbeit erwies sich jedoch als unerwartet fruchtbarer Ausgangspunkt für neue theoretische Überlegungen.

Mit der fortschreitenden Digitalisierung wurde deutlich, dass nicht allein technische Komplexität, sondern vor allem semantische Komplexität viele IT-Projekte bestimmt. Systeme müssen nicht nur technisch funktionieren, sondern auch in der Lage sein, fachliche Bedeutungszusammenhänge konsistent im Lebenszyklus der Lösungen abzubilden.

Meine Aufgabe lag daher häufig darin, neue Architekturkonzepte sowohl technisch als auch semantisch zu durchdringen. Als Fachreferent im Bereich Forschung und Entwicklung bestand ein wesentlicher Teil meiner Arbeit darin, Architekturentwürfe zu erarbeiten und verschiedene Projekte konzeptionell zu begleiten.

Rückblickend hat gerade diese Verbindung von praktischer Systemarchitektur und theoretischer Reflexion entscheidende Impulse für meine heutigen Forschungsarbeiten geliefert. Die Erfahrungen aus der Informatik führten immer wieder zu grundlegenden Fragen nach Struktur, Ordnung und Semantik komplexer Systeme – Fragen, die schließlich den Ausgangspunkt meiner späteren Buchveröffentlichungen bilden.

Seit 2020 begann ich, meine über Jahre entwickelten Ideen zunächst in Essays auszuarbeiten. Ab 2025 entstanden daraus erste Buchmanuskripte. Nachdem sich die Verlagssuche als schwierig erwies, entschied ich mich für den Weg des Selbstverlages über epubli.

Von der Idee zur Publikation – der Forschungsprozess

Der Forschungsprozess selbst ist selten geradlinig: Ideen müssen präzisiert, Kernthesen plausibilisiert, Ansätze verworfen und theoretische Konzepte immer wieder neu strukturiert werden, bevor sie schließlich eine veröffentlichungsfähige Form annehmen.

Begonnen wir mit den Kernthesen, die in einem formalen Blueprint münden, der weiter falsifiziert bzw. plausibilisiert wird. Häufig entstehen bei der Strukturierung für das Buchformat erneut Fragen, die zu einer Revision des formalen Ansatzes führten.

Wie es in der Forschung so üblich ist, ergeben sich Folgepotentiale für weitere Betrachtungen, die es einzuhegen gilt. Diese Abwägung zwischen Kernthesen und vermeintlicher Ausuferung, ist der wichtige Teil jeder Forschungsarbeit.


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