
Eine wissenschaftslehrliche Analyse
von Geltung, Stabilisierung und Selektion
Wissenschaftliche Aussagen operieren in hohem Maße mit ontischen Zuschreibungen: Es ist von Teilchen, Zuständen, Systemen oder Strukturen die Rede, als handle es sich um eindeutig gegebene Einheiten. Diese Zuschreibungen sind funktional erfolgreich – doch ihre Voraussetzungen bleiben zumeist ungeklärt. Das vorliegende Werk setzt genau an diesem Punkt an.
Es entwickelt eine wissenschaftslehrliche Analyse der Bedingungen, unter denen ontische Zuschreibungen überhaupt möglich und gerechtfertigt sind. Ausgangspunkt ist die Unterscheidung zwischen Geltung als formaler Stabilität, Stabilisierung als konstitutiver Bedingung von Wirklichkeit und Selektion als nachgelagerter, interpretativer Zugriff. Ontische Aussagen erscheinen dabei nicht als unmittelbare Abbildungen der Wirklichkeit, sondern als Ergebnis strukturabhängiger Zuschreibungsprozesse.
Im Zentrum steht der Begriff der Kalibrierung. Kalibrierung bedeutet, selektionsartige Beschreibungen systematisch auf ihre stabilisationsgenetischen Voraussetzungen zurückzuführen und ihre Reichweite zu bestimmen. Damit wird ein Prüfrahmen geschaffen, der es erlaubt, zwischen gerechtfertigten ontischen Zuschreibungen und unbegründeten Ontologisierungen zu unterscheiden. Das Buch versteht sich nicht als Beitrag zu einer neuen Ontologie, sondern als Grundlegung einer Disziplin, die die Bedingungen ontischer Rede expliziert. Es richtet sich an Leserinnen und Leser, die an den fundamentalen Voraussetzungen wissenschaftlicher Erkenntnis interessiert sind und die Frage stellen, wie Wirklichkeit erschlossen werden kann, ohne vorschnell als gegeben vorausgesetzt zu werden.


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